Schneckenzucht / Historie
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Der Konsum essbarer Schnecken dürfte im Wesentlichen schon prähistorischen Ursprungs sein.
Die Bedeutung essbarer Schnecken in der Römerzeit ist durch Funde antiker Küchenabfälle in zahlreichen Ausgrabungsstätten auf dem ganzen Gebiet des ehemaligen römischen Imperiums dokumentiert. Die Römer liebten Schnecken und urch die Ausbreitung des römischen Imperiums gelangten viele Schneckenrezepte auch in die entlegenen Provinzen.

Im europäischen Mittelalter erhielt die Schnecke aus anderen Gründen besondere Bedeutung. Nach Definition der Bibel sind Schnecken weder Fisch noch Fleisch und dürfen daher auch während der Fastenzeit gegessen werden. Auf diese Weise kam es zur Entstehung einer Vielzahl von Schneckengärten vor allem in der Umgebung französischer Klöster.

Zu Napoleons Zeiten begann man, Weinbergschnecken aus einem anderen Grund zu nutzen - die eingedeckelten Winterschnecken stellten eine natürliche Konserve dar, die man den Soldaten auf dem Weg nach Moskau als eiserne Reserve mitgeben konnte. Bis heute werden die Deckelschnecken gerne als natürliche Konserve beim Versand genutzt und wegen ihrer größeren Ergiebigkeit im Unterschied zu den Kriechschnecken geschätzt.

Aus dem Österreich des 18. und 19. Jahrhundert sind in der steirischen und niederösterreichischen Küche Schnecken in Form eher grundständiger Gerichte wie Schneckenknödel und Schneckenwürstl mit Kren und Kraut bekannt. Neben dem guten Geschmack wurden Schnecken vor allem wegen ihrer anregenden Wirkung auf die männliche Leistungsfähigkeit bevorzugt, wie ein steirisches Sprichwort erwähnt. Allgemein waren Schnecken schon vor der Römerzeit auch oft ein Gericht der Bauern in kargen Zeiten.

Doch auch im Süden Deutschlands wurden Schnecken gezüchtet. Eine mittelalterliche Hochburg des Handels mit Weinbergschnecken war das Städtchen Indelhausen im oberen Lautertal auf der Schwäbischen Alb.

Die hier gezüchteten Schnecken waren als besonders delikat bekannt, da sie mit Kräutern, wie Rosmarin und Quendel gefüttert wurden.
Noch heute heißt es, dass mit Kräutern gefütterte Schnecken einen besonderen Geschmack entwickeln. Der steinerne Schneckenhändler in Indelhausen-Weiler zeugt heute noch von vergangener Blüte.
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Handel mit Weinbergschnecken
Der Handel mit Weinbergschnecken wird schon seit vielen Jahrhunderten betrieben. Hauptsächlich waren es Mönche, die große Mengen der Schnecken verbrauchten. Für sie war es ein Ersatz für die in der Fastenzeit verbotenen Fleischspeisen.

Aus den Sammelgebieten in Süddeutschland wurden die Weinbergschnecken an die Klöster und die Duodezhöfe in den verschiedensten Gegenden versand. Von Ulm aus fuhren große Kähne, die sog. Ulmer Schachteln, mit der Schneckenladung
die Donau entlang bis nach Wien. Viele adlige Guts- und Schlossherren ließen sich ebenfalls Weinbergschnecken liefern, Schneckenspeisen galten bei ihnen als "Herrenessen".

Früher war Frankreich der Hauptabnehmer für die deutschen Schnecken, zwischenzeitlich ist Frankreich der Hauptlieferant der Weinbergschnecken und beliefert Deutschland, Italien und andere Länder.

In Süddeutschland waren einige große Handelsfirmen, die den Sammlern in den verschiedenen Bundesländern Anweisungen und Material für den Versandt der Tiere zukommen ließen, darunter Julius Mohr aus Ulm a. d. Donau und Robert Stein
aus Launigen a. d. Donau. Letzterer verfügte über eine Lehranlage für die Weinbergschneckenzucht und über ein Verkaufskontor für Zuchttiere.

Heute sind Schnecken allein schon deshalb ein relativ ausgesuchtes Gericht, weil durch die Jahrhunderte lange massenhafte Absammlung der Weinbergschnecken besonders die mitteleuropäische Weinbergschnecke (Helix pomatia) ziemlich selten geworden ist. In Deutschland steht diese Weinbergschneckenart deshalb auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

In Deutschland wurde im Jahr 2003 nach langer Pause erstmals wieder der Betrieb einer Schneckenzucht aufgenommen. Seit dem Jahr 2004 ist sie als Landwirtschaft anerkannt.
Durch die Zucht von Weinbergschnecken wird regionalen Gastronomiebetrieben nun wieder der Kauf frischer, heimischer Ware in Form eines hochwertigen und nach ökologischen Standards produzierten Qualitätsproduktes möglich. Gleichzeitig trägt dies zum Schutz der in der Natur verbliebenen Restbestände bei.
Das Angebot an Weinbergschnecken bereichert den Nahrungsmittelmarkt um ein besonders nahrhaftes und gesundes kulinarisches Produkt mit vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten. Weinbergschnecken werden bisher vor allem tief gefroren oder als Konserve auf dem Markt angeboten. Mit der Wiederbelebung der Schneckenzucht in Deutschland wird an eine alte und fast vergessene Tradition angeknüpft